Amida-International

Webkatalog 2.0 

Nackenschmerzen

Nackenschmerzen

Nackenschmerzen sind ein weit verbreitetes Phänomen unter Erwachsenen, doch sie sind meist auch harmlos und leicht selbst zu diagnostizieren. Oft wird das Leiden schlimmer, je mehr Ärzte konsultiert werden.

Überraschende Studienergebnisse

In einer umfassenden Sichtung von über 1.000 Studien zu Schulter und Nackenschmerzen von der Universität Los Angeles wurden zum Teil überraschende Erkenntnisse gesammelt. Ganze 94% der Nackenschmerzen haben keine feststellbare organische Ursache, sondern werden auf eine komplexe Verflechtung von körperlichen und emotionalen Aspekten zurückgeführt, die nicht gleich benannt werden können. Häufige Arztbesuche und verschiedene Diagnoseversuche versetzen die Betroffenen dann zunehmend unter Druck – vor allem, wenn eine Besserung ausbleibt. Stress verschlimmert also die Nackenschmerzen.

Den Dreh- und Angelpunkt erkennen 

Ein Blick auf die Anatomie erklärt einiges. Durch die besonders hohe Beweglichkeit der Halswirbelsäule wird der Hals auch besonders stark genutzt. In den sieben Halswirbelkörpern sind wie in keinem anderen Abschnitt der Wirbelsäule Drehungen und Neigungen möglich. Das hat höhere mechanische Abnutzungen zur Folge, wodurch Verkrampfungen und Verspannungen der Hals- und Schultermuskulatur entstehen können. Ein typisches Krankheitsbild ist der steife Hals: der Kopf ist wie fixiert und kann nur unter Schmerzen bewegt werden. Die meisten Nackenschmerzen sind auf eine Überanstrengung oder langes Verharren in einer Körperhaltung zurückzuführen und auf einseitige Bewegungen bei der Arbeit. Aber auch Bewegungsmangel oder falsches Sitzen oder Liegen können Auslöser sein. Nicht selten liegen Nackenschmerzen und Schwindel dicht aneinander.

Das Problem selbst in die Hand nehmen

Die allermeisten Nackenschmerzen lassen sich gut erfolgreich selbst behandeln. Da es sich in der Regel um verspannte oder leicht entzündete Muskeln handelt, kann gezielt dort angesetzt werden. Allerdings müssen die Betroffenen zuerst einige Therapien ausprobieren. Zu den wirksamsten zählen physikalische Therapien, Dehnungsübungen, regelmäßiges Spazierengehen, leichte Aerobic-Übungen oder Schwimmen. Auch Akupunktur und Massagen können helfen. Eine schnelle Hilfe gegen akute Nackenschmerzen sind Wärme- oder Kälteanwendungen. Gegen den Stress sollten Entspannungstechniken erprobt werden, autogenes Training oder Yoga.

Wenn eine Behandlungsform nach zwei Wochen keine Besserung bringt, sollte eine andere Methode ausprobiert werden – eine längere Behandlung bringt, nach den Erkenntnissen der Forscher, keine Besserung. Ganz wichtig dabei ist, dass die Patienten ihre Behandlung nicht passiv ertragen, sondern selbst aktiv angehen.

Nur ca. 5% aller Nackenschmerzen haben schwerwiegendere Ursachen. Mit Selbsthilfe kommt man nicht mehr weiter, wenn nach ein bis zwei Wochen keine Besserung auftritt oder innerhalb der ersten zwei Tage unvermindert Schmerzen anhalten und diese von Kribbeln begleitet sind. Dann muss ein Arzt ernsthafte Verletzungen am Bewegungsapparat, einen Bandscheibenvorfall oder Nervenschädigung ausschließen oder behandeln.

Kopf hoch bei Nackenschmerzen!

Nicht nur, wenn es sich um besonders hartnäckige Nackenschmerzen handelt, lohnt es sich, den ganzheitlichen Blick auf das Symptom zu wagen. Der Betroffene sollte sich fragen: Welches psychische Problem kann dahinter stecken? Eine verkrampfte Haltung wie den Kopf zwischen die hoch gezogenen Schultern nehmen drückt aus: ich ziehe den Kopf ein, ich ducke mich. Welche Last sitzt im Nacken, welcher Mensch oder welche Situation wirken einengend? Diese unbewussten Verhaltensmuster wahrzunehmen, bewusst an seiner Körperhaltung zu arbeiten und sich mit dem Thema hinter den Nackenschmerzen auseinander zu setzen, kann wiederum schmerzhaft sein, aber dafür nachhaltig wirken.

Praxen,Therapeuten und Webseiten finden Sie hier!