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Diabetes und Sport

„Sie müssen abnehmen“. Das ist viel leichter gesagt als getan. Viele der dickeren Typ-2-Diabetiker werden von solchen wohlgemeinten Ratschlägen eher entmutigt: „Das schaffe ich nie!“

Der Tip: Hier längerfristig denken - statt eines „Hau-ruck-Verfahrens“ des Abspeckens mit sogenannten Jo-Jo-Effekten (was an Gewichtsverlust mühsam erreicht wurde, wird schnell wieder zugelegt) führen oft gerade die kleinen, aber regelmäßigen Aktivitäten und Verhaltensänderungen zum Ziel. Jeder Schritt, den Sie machen, hilft Ihnen hier weiter, so der gute Rat zu mehr Bewegung im Alltag.

Gezielter Sport und mehr Bewegung beeinflussen zahlreiche, mit dem Typ-2-Diabetes und dessen Komplikationen eng verflochtene Risikofaktoren günstig. Übergewicht beispielsweise trägt ganz entschieden dazu bei, daß der Körper zunehmend schlechter auf das in unserem Körper gebildete, für den Stoffwechsel unverzichtbare Insulin anspricht und daher die Bauchspeicheldrüse immer größere Mengen dieses Hormons „bis zu ihrer Erschöpfung“ bilden muß (sogenannte „Insulinresistenz“). Übergewicht stellt einen ganz eigenständigen Riskofaktor für die Entwicklung, Schwere und die teils verhängnisvollen Begleiterscheinungen der Zuckerkrankheit dar, gehöriges Abspecken kann daher „wahre Wunder“ bewirken. 

Nicht nur das: Wer es als übergewichtiger Diabetiker auf Dauer zum Beispiel schafft, 10 kg abzunehmen, senkt damit einen oft gleichzeitig bestehenden, erhöhten Blutdruck im Mittel von beispielsweise 150/105 mmHg auf 140/85 mmHg - das ist wissenschaftlich erwiesen. Auch erhöhte Blutfette und Harnsäurewerte werden durch Sport und Gewichtsabnahme günstig beeinflußt.

Sinnvolles Ausdauertraining verhindert mit und neben dem sogenannten Altersdiabetes auch Herzinfarkt und Schlaganfall. „In erster Linie ist dabei die Freude an der Bewegung wichtig“ ! Das Erfolgsrezept heißt, mit „allen Sinnen zu trainieren.  Heißt, beim Laufen die Jahreszeiten genießen, den Vogelflug beobachten, die Erde riechen. Regen und Schnee auf der Haut stimulieren das Immunsystem. Hinzu kommt, daß das Wissen um die heilsame Wirkung von Sport den positiven Effekt verstärkt“. Dabei „Kurzatmigkeit“ unbedingt vermeiden - beim gesunden Ausdauersport sollte man sich noch mühelos unterhalten können!

Grundsätzlich sind alle Sportarten einschließlich Hochleistungssport für Diabetiker geeignet, die eine individuelle Anpassung erlauben und bei denen eine eventuell aufgetretene Stoffwechselentgleisung nicht zu lebensgefährlichen Situationen führt. Das heißt, bei einer eventuellen Hypoglykämie (Unterzuckerung) sollte schnelle Hilfe durch eine Zweitperson gewährleistet sein: Demzufolge ist zum Beispiel vom Tauchsport eher abzuraten. Vor Ausübung der sportlichen Tätigkeit sollte mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden, ob eine (un)eingeschränkte Belastbarkeit vorliegt. Gegebenenfalls kann der Arzt durch zusätzliche Untersuchungen wie zum Beispiel Belastungs-EKG mit Kontrolle des Blutdruckverhaltens, Nierenfunktionsuntersuchung und Abklärung einer Neuropathie die Sportfähigkeit bestätigen bzw. näher eingrenzen. 

Da die Insulinwirkung durch körperliche Betätigung wesentlich verbessert werden kann bzw. die Insulinresistenz des Diabetikers günstig beeinflußt wird, hat das besonders bei Ausdauerleistungen auch für die Medikamentenwirkung Folgen. Bei der Behandlung des Diabetes mit bestimmten Präparaten wie etwa den sogenannten Sulfonylharnstoffen kann bzw. sollte zur Vermeidung einer Unterzuckerung vor körperlicher Belastung die Tablettendosis verringert werden, was die günstigen Sporteffekte bestätigt. Auch Patienten, die wegen eines Typ-2-Diabetes auf eine Insulinzufuhr „von außen“ eingestellt sind, sollten entsprechende Dosen der sportlichen Betätigung anpassen. Die Insulinreduzierung vor dem Sport jedenfalls ist einer ansonsten vielleicht nötigen Kohlenhydratzufuhr vorzuziehen (unbedingt mit dem Arzt absprechen!)

Fazit: Sport gehört gerade in einer Zeit  vorwiegend sitzender Tätigkeiten mit zu den wichtigen Therapiekonzepten in der Diabetesbehandlung. Dies gilt besonders für den übergewichtigen Diabetiker, wenn nicht bereits Komplikationen der Krankheit bestimmte sportliche Betätigungen begrenzen (Check up durch den Arzt).

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