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Cluster Kopfschmerzen

Cluster-Kopfschmerzen

Beim Cluster Kopfschmerz kommt es zu schweren, einseitigen Kopfschmerzattacken, welche meist hinter dem Auge lokalisiert sind. Die Kopfschmerzattacken treten vor allen nachts auf und lassen die Betroffenen kaum schlafen. Am häufigsten sind junge Männer betroffen und das Leiden kann über viele Jahre immer wieder auftreten. Die Diagnose wird meist erst nach einem langen Leidensweg gestellt.

Was genau ist der Clusterkopfschmerz?

Die Kopfschmerzen treten auf einer Seite auf und sind sehr stark. Es kommt immer wieder zu starken Kopfschmerzattacken, welche bis zu achtmal täglich auftreten können. Der Cluster-Kopfschmerz tritt fast immer zur gleichen Tageszeit und vorwiegend nachts auf. Die Kopfschmerzattacken häufen sich vor allem im Herbst und Frühling, dies lässt auf eine Beeinflussung des Biorhythmus schließen. Es gibt den chronischen und episodisch auftretenden Cluster-Kopfschmerz. Der chronische Cluster-Kopfschmerz Von der chronischen Verlaufsform spricht man, wenn die Attacken länger als ein Jahr andauern, sich währenddessen keine Besserung zeigt oder wenn die beschwerdefreien Intervalle weniger als vier Wochen betragen. Der episodische Cluster-Kopfschmerz Diese Verlaufsform ist mit 80% die am häufigsten vorkommende Art des Cluster-Kopfschmerzes. Die Beschwerden treten für eine Woche, bis zu einem Monat auf und werden durch eine lange schmerzfreie Phase unterbrochen. Diese Phase kann Monate bis Jahre betragen.

Wie häufig kommt diese Erkrankung vor und wer ist vorwiegend davon betroffen?

Er kommt häufig vor, etwa 120000 Menschen in Deutschland leiden darunter. Am meisten sind junge Männer, um das 30. Lebensjahr davon betroffen. Aber auch eine Entwicklung im Kindesalter ist möglich.

Welche Ursachen hat der Cluster-Kopfschmerz?

Die genaue Ursache ist unbekannt. Es wird vermutet, dass Fehlregulationen im Biorhythmus die Attacken auslösen. Forscher gehen davon aus, dass der Hirnbereich, welcher für die Regulation des Tag-Nacht-Rhythmus verantwortlich ist, Veränderungen aufweist. Mit modernen bildgebenden Verfahren kann eine Aktivierung des Hypothalamus sichtbar gemacht werden. Wenn ein Verwandter ersten Grades an Cluster-Kopfschmerzen leidet, ist das Risiko, selbst daran zu erkranken, 18-Fach höher. Dies lässt eine genetische Disposition vermuten. Andere auslösende Faktoren sind Alkohol, Rauchen, körperliche Belastungen, Flimmerlicht in Kino oder Fernseher, große Höhen oder auch Medikamente, welche Gefäßerweiternd wirken.

Welche Symptome treten beim Cluster-Kopfschmerz auf?

Typische ist der halbseitige Kopfschmerz, welcher als bohrend oder schneidend beschrieben wird. Er lässt sich hinter dem Auge und dem Nasenwurzelbereich genau eingrenzen. Die Schmerzattacken beginnen ohne andere Symptome, aus heiterem Himmel und dauern 15- 180 Minuten. Neben den starken Schmerzen kommt es auf der betroffenen Seite außerdem zu einer geröteten Bindehaut, Tränenfluss, laufender oder verstopfter Nase und vermehrten Schwitzen im Gesicht. Während der Schmerzattacke besteht eine innere Unruhe, dies kann bis zum Bewegungsdrang gehen. Ein typisches Zeichen für Cluster-Kopfschmerzen ist das Horner-Syndrom. Es ist durch die Symptome verengte Pupillen (Miosis), leicht eingesunkene Augenhöhle und das herabhängende Oberlid (Ptosis) gekennzeichnet. Die Kopfschmerzattacken kommen bis zu achtmal täglich, fast immer auf derselben Seite vor. Wie wird die Diagnose gestellt Anhand der typischen Symptome und Schmerzdauer kann die Erkrankung diagnostiziert werden. Zur Sicherung der Diagnose kann der Nitroglycerintest durchgeführt werden. Hierbei wird Nitroglycerin als Kapsel verabreicht. Der Nitroglycerintest ist positiv, wenn durch die Gabe eine Schmerzattacke ausgelöst wird.

Welche Differenzialdiagnosen gibt es?

Die Symptome des Cluster-Kopfschmerzes können denen einer Migräne oder Trigeminusneuralgie ähneln. Bei der Migräne dauern die Anfälle in der Regel länger, die Betroffenen zeigen eher ein Rückzugverhalten und haben andere Begleitsymptome. Die Trigeminusneuralgie ist durch kürze Attacken gekennzeichnet. Bei plötzlichen, neu auftretenden und starken Kopfschmerzen ist eine schnelle Diagnostik wichtig. Ein akuter Glaukomanfall, der stark erhöhte Augeninnendruck, kann ebenfalls zu solchen Symptomen führen. Hier ist eine schnelle Behandlung wichtig, um Folgeerkrankungen zu verhindern.

Wie werden Cluster-Kopfschmerzen behandelt?

Die Therapie besteht aus zwei Säulen. Dies sind die Prophylaxe, das Verhindern neuer Anfälle, und die akute Behandlung. Cluster-Kopfschmerzen lassen sich mit normalen Schmerzmitteln und Entspannungsübungen kaum oder gar nicht behandeln. Die Akuttherapie Bei einem akut auftretenden Anfall hilft die Inhalation von 100%-igen Sauerstoff. Hierbei wird in aufrechter, sitzender Position 8- 12 Liter Sauerstoff eingeatmet. Nach 15- 20 Minuten sollte die Behandlung beendet werden. Nach dieser Zeit stellt sich keine Wirkung mehr ein. Die Sauerstoffbehandlung ist nebenwirkungsfrei, lediglich bei chronischen Lungenerkrankungen ist Vorsicht geboten. Hier berät der behandelnde Arzt ausführlich. Als weitere Option können Triptane eingesetzt werden. Sie können unter die Haut gespritzt oder in die Nase gesprüht werden. Als Nebenwirkung kann es hier allerdings zu dumpfen, drückenden Kopfschmerzen kommen. Auch Lidocain-Spray kann an der Nase als Spray angewendet werden. Die Prophylaxe um weitere Attacken zu verhindern, wird mit Verapamil, Kortison, Methysergid und Lithium behandelt. Auch die Valproinsäure kommt zum Einsatz. Wenn es immer zur gleichen Zeit zur Schmerzattacke kommt, kann zwei Stunden vorher das Medikament Dihydroergotamin eingenommen werden. Chronische Verläufe werden in der Regel mit Verapamil oder Lithium behandelt. Es kann zudem nötig sein, verschiedene Medikamente zusammen einzunehmen. Wenn mit Medikamenten keine Besserung eintritt oder eine starke Beeinträchtigung des Alltags besteht, kann eine Neuromodulation helfen. Mit elektrischen Impulsen werden Nervenreize unterdrückt, damit die Anfälle an Schwere und Häufigkeit abnehmen. Die Neuromodulation kann über einen Hirnschrittmacher oder eine Dauerstimulation des Nervus occipitalis erfolgen.

Wie verläuft die Erkrankung?

Typische ist der periodische Verlauf der Attacken. Zwischen den Anfällen kommt es langen Beschwerdefreien Perioden. Die Pausen können Monate bis Jahre lang sein. Da der Cluster-Kopfschmerz im höheren Alter seltener vorkommt, kommt es meist zu einer spontanen Besserung. Allgemein ist der Krankheitsverlauf aber langwierig. Nur 20% der Erkrankten entwickeln ein chronisches Leiden. Mit einer schnellen Diagnose und Therapie kann der Verlauf positiv beeinflusst werden. Wie kann man dem Cluster-Kopfschmerz vorbeugen? Eine Vorbeugung ist nicht möglich. Anfälle können aber durch das Meiden von Schokolade, Alkohol, Käse, Nüssen, Zitrusfrüchten und Tomaten verhindert werden. Auch die anderen möglichen Auslöser sollten gemieden werden. Diese muss jeder Betroffene aber selbst herausfinden.

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