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Warum Nachhaltigkeit?

Ich möchte mich nicht in Horrorszenarien und Weltuntergangsphilosophien ergießen, doch einige Angaben seien erlaubt. 0,3% der Wasservorräte der Erde kann der Mensch als Trinkwasser nutzen, der Wasserverbrauch hat sich in den letzten 10 Jahren verzehnfacht, der Grundwasserspiegel ist auf den Kanarischen Inseln in den letzten 50 Jahren teilweise um über 50 m gefallen, in Nordafrika werden Wasservorkommen genutzt, die keinen natürlichen Nachfluss haben, sie werden in 100 Jahren erschöpft sein, ein Fünftel der Weltbevölkerung (Europa, USA, Kanada, Japan) verbraucht vier Fünftel der verfügbaren Ressourcen, der Vorrat an fossilen Energieträgern ist in den nächsten 100 bis 200 Jahren erschöpft, in den ärmsten Regionen Afrikas werden die letzten Büsche und Bäume als Brennholz verwendet, in den Tropen werden täglich mehrere Hektar Urwald vernichtet, das Ozonloch wird jährlich messbar größer, der Meeresspiegel steigt in den letzten Jahren nachweislich an.

Sicher sind sich die Forscher noch nicht einig, wieviel dieser Veränderungen auf das Wirken des Menschen zurückzuführen ist, doch da kann es sich ja nur um Prozentsätze handeln, die Fakten an sich sind wohl nicht wegzudiskutieren. Trotz dessen sind politische Reaktionen immer noch äußerst allgemein gehalten und sehr unverbindlich. Es geht nicht mehr darum einzelne Dinge zu verbieten oder zu versuchen, den entstandenen Schaden zu begrenzen. Es gilt neue Ziele, neue Lebensrichtlinien, neue Werte zu definieren. Nicht mehr der Besitz von möglichst vielen Dingen, die luxuriöse Gestaltung, das besonders große Auto oder die jährliche weite Urlaubsreise können oberstes Ziel hochzivilisatorischer Existenz sein, aber auch nicht Umweltabstinenz und Einsiedlerdasein.

Nachhaltigkeit - Leben ohne Natur zu verschwenden

Wir müssen leben ohne Natur zu verschwenden. Aufwand und Nutzen müssen in ein vernünftigeres Verhältnis gebracht werden. Nicht das Denken über den Schaden danach, sondern über die Möglichkeiten davor muss unser handeln bestimmen. Insgesamt muss eine komplexere Denkweise in unser Handeln einziehen, um kurzsichtige Entscheidungen möglichst zu verhindern. Beispiele für solche einseitig durchdachten Entscheidungen gibt es in der Vergangenheit viele, immer war die Absicht sehr gut, doch die Probleme wurden nicht in der nötigen Komplexität betrachtet. Die Einführung des Katalysators senkte die Luftverschmutzung doch der Benzinverbrauch stieg deutlich. Auch der Umstieg auf lösungsmittelfreie Wasserlacke ist einseitig betrachtet von Vorteil. Die Produktion konventioneller Lacke ist aber weniger belastend für das Abwasser und benötigt wesentlich weniger Energie. 

Und auch der hochgelobte Baumwollbeutel zum Einkaufen ist nicht der Weisheit letzter Schluss, denn nur wenn ich diesen Beutel 20-mal zum Einkaufen nutze ohne ihn zu waschen hat er den vermehrten Naturverbrauch im Vergleich mit einer Plastiktragetasche wettgemacht. Wenn ich diese dann aber drei- oder viermal nutze bedeutet es für den Baumwollbeutel 60- bis 80-mal nutzen ohne Wäsche. Außerdem gilt der Baumwollanbau als mit entscheidende Ursache für das Sinken des Wasserspiegels des Aralsees. An diesen wenigen Beispielen wird die Notwendigkeit einer veränderten Betrachtungsweise sehr deutlich. Man spricht heute von Ökobilanzen und Naturverbrauch der einzelnen Produkte, die möglichst umfangreich alle Faktoren der Zukunftsbeeinflussung erfassen sollen.  

Wir sind gewissermaßen dazu verpflichtet, unser Handeln neu und komplexer zu denken sowie unsere Ansprüche neu zu justieren.