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Wing-Chun

Zwar ist Wing-Chun eine Kampfkunst, der Schwerpunkt jedoch liegt hierbei in der Selbstverteidigung. So lehrt man an den unterschiedlichen Einrichtungen, die sich der Lehre des Wing-Chun verschrieben haben, keine Gewalt anzuwenden, Auseinandersetzungen durch Worte und defensive Handlungen auszutragen und das Erlernte nur in dem Fall einzusetzen, sich gegen körperliche Angriffe zu Wehr setzen zu müssen. Wenn man sich für Wing-Chun entschieden hat, sollte man dies auch ernst meinen und das Training nicht nur sporadisch besuchen, da sich die Kenntnisse nicht nur durch das bloße Erlernen verbessern, sondern durch konzentriertes Üben, Vertiefen, durch Wiederholungen und Auswertung durch einen Trainer bzw. Lehrer.
Wie bei den meisten asiatischen Kampfkunstarten, kommt es beim Wing-Chun nicht nur auf das Trainieren des Körpers an, sondern vielmehr durch die kombinierte Schulung körperlicher und geistiger Fähigkeiten. Somit wird gleichsam auch das Wahrnehmungsvermögen erhöht, Ausgeglichenheit hergestellt und auch das Urteilsvermögen gefestigt. All diese Fähigkeiten sind nämlich notwendig, um unterschiedliche Situationen richtig einordnen zu können: Wann werde ich bedroht?
Wie bedrohlich ist die Situation? Gibt es aus dieser Situation einen anderen Ausweg als einen Kampf?  Die Bewegungen beim Wing-Chun sind fließend und müssen deshalb sehr genau verinnerlicht werden. Es zeichnet sich außerdem durch plötzliche, sehr schnelle Handlungen aus, die eine genaue Einschätzung und sehr gute Reaktionen voraussetzen.
Deswegen ist es wichtig, sich auf ein Training ernsthaft einzulassen und sich in Beispielsituationen hinein zu versetzen.

Die Entstehung des Wing-Chun

 Zur Entstehung des Wing-Chun gibt es verschiedene Überlieferungen, die manchmal eher nach Legenden und Mythen klingen und historisch nicht belegt sind. Die wohl am weitesten verbreitete Erzählung handelt von der buddhistischen Nonne Ng Mui , die einen Überfall auf ein Shaolinkloster während der Qing-Dynastie (1644- 1911) überlebte, im Weißer-Kranich-Tempel untertauchte und sich dort ganz auf die Kampfkunst konzentrierte. Der Tempel lag nahe eines Dorfes, in dem Ng Mui eines Tages ein junges Mädchen namens Yim Wing Tsun kennen lernte, das unter den Avancen eines Schlägers namens Wong,der um ihre Hand anhielt, zu leiden hatte. Weil sie ihre Tarnung nicht aufgeben wollte, konnte Ng Mui den Unhold nicht selbst zum Kampf herausfordern und lehrte deshalb dem Mädchen ihre Kampfkünste. Nachdem Yim Wing Tsun drei Jahre im Tempel gelebt und dort das Kampfsystem der Meisterin gelernt hatte, kehrte sie in ihr Dorf zurück, wo Wong sie wieder bedrängte. Yim Wing Tsun forderte ihn zum Kampf heraus und besiegte ihn. Danach setzte sie ihre Ausbildung fort, bis Ng Mui weiterreisen wollte und ihr auftrug, nur ausgewählte Schüler in ihrem Kampfsystem zu unterweisen. Dies machen sich die Lehrer (Sifu) des Wing-Chun immer noch zur Aufgabe. Sie bemühen sich darum, nur solche Schüler zu unterweisen, die die Kampfkunst nur dann anwenden,wenn sie in Gefahr sind und bedroht werden.

Die Prinzipien des Wing-Chun

 Wing-Chun ist weit mehr als das bloße Erlernen, bestimmter Bewegungsabläufe. Der Schüler, soll nicht nur lernen, wie er sich körperlich zu Wehr setzt, es soll außerdem sein Selbstvertrauen gestärkt werden, so dass er auf potentielle Angreifer schon gar nicht erst den Eindruck eines „leichten Opfers“ erweckt. Viele gefährliche Situationen werden so gar nicht erst entstehen. Ein wichtiger Aspekt ist es nämlich,dem Schüler das Gefühl zu nehmen, dass er von körperlich stärkeren Menschen eingeschüchtert und in seinem Lebensraum und Alltag beschränkt sein könnte und ihm dadurch zu helfen, sich freier und lebendiger fühlen zu können. Das System ist also nicht ein bloßes Lernen, sondern viel mehr ein Weg, den der Schüler geht und auf dem er sich weiterentwickelt und entfaltet.

Durch wiederholtes Einüben spezieller Bewegungsabläufe soll es dem Schüler nach einiger Zeit möglich sein, diese Bewegungen im Ernstfall aus dem Unterbewusstsein heraus durchzuführen. Gleichzeitig ist aber auch das so genannte Chi Sao, eine Art Wahrnehmungstraining ganz essentiell. Dabei wird gelehrt, auf gewisse Anzeichen durch den Angreifer zu reagieren, um dadurch sein Vorhaben sozusagen voraus zusehen, sich darauf vorzubereiten und dementsprechend zu reagieren.
Verschiedene Lehrer entwickelten unterschiedliche Techniken und Formen,so dass es keine allgemein gültigen Ebenen oder Abläufe gibt.

Das wichtigste Prinzip jedoch ist immer das Eine:
Es ist nicht von Bedeutung, ob man eine gute Kondition hat, viel Kraft und ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, Wing-Chun richtet sich nach den Schülern und ihren individuellen Bedürfnissen und soll helfen eventuelle Schwächen zu überbrücken und Stärken zu trainieren.

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