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Vegan ernähren - veganes Leben

Vegan ernähren


Menschen brauchen Fleisch.

Unzählige medizinische Studien haben herausgefunden, dass Vegetarier und Veganer nicht nur gesund, sondern gesünder sind als Leute, die Fleisch essen. Die British Medical Association hat bestätigt dass "Vegetarier weniger an Fettsucht, Herzerkrankungen, Bluthochdruck, schweren Darmerkrankungen und Gallensteinen leiden". Andere Forschungen fügen zu dieser Liste Osteoporose, Nierensteine, Diabetes, Gicht, Arthritis, Blinddarmentzündung, Angina, Hämorrhoiden, Krampfadern und Darmkrankheiten hinzu. Dies gilt gleichermaßen und bei manchen Punkten verstärkt für Leute, die sich vegan ernähren. Der entscheidende Punkt ist, dass wir auch bei bester Gesundheit bleiben können, wenn wir überhaupt kein Fleisch essen. Millionen über Millionen von Tieren leiden und sterben jedes Jahr für keinen besseren Grund als für den bloßen Geschmack ihres Fleisches, wenn man von finanziellen Interessen mal absieht. Alle, die den Tieren wenigstens die elementarsten Rechte zugestehen wollen, müssen dies für moralisch nicht tragbar halten.

Es entspricht der Natur des Menschen Milch zu trinken.

Die Menschen sind die einzigen Tiere der Erde, die die Milch einer anderen Spezies trinken. Wir tun dies auch erst seit relativ kurzer Zeit. Wir lebten mehrere hunderttausend Jahre ohne Milch zu trinken und auch heute noch wird geschätzt, dass ca. zwei Drittel der Weltbevölkerung nicht einmal in der Lage sind Milch überhaupt zu verdauen.

Menschen brauchen Milch.

Milch enthält einige wertvolle Nährstoffe für all die, die in der Lage sind, sie zu verdauen. Diese Nährstoffe können jedoch alle auch mit einer veganen Ernährung aufgenommen werden, ohne das Risiko der unerwünschten Nebeneffekte, die mit dem Verzehr von Milch einher gehen können und ohne das Leid und den Tod den die Milchindustrie mit sich bringt.

Es wurde festgestellt, dass 90% der Weltbevölkerung nicht in ausreichendem Maße über das Enzym Lactase verfügt, das nötig ist um Milchzucker (Lactose) zu verdauen. Dieser natürliche Mangel ist völlig ungefährlich, solange sie keine Milch trinken. In diesen Fällen jedoch drohen Ihnen Symptome wie chronischer oder zeitweiser Durchfall, Blähungen, Magenschmerzen und möglicherweise bei älteren Frauen Osteoporose. Milchunverträglichkeit ist die häufigste aller Nahrungsmittelallergien.Symptome davon sind Asthma, Ekzeme, Hautausschlag, chronische Nasen- und Nebenhöhlenerkrankungen, Mandelentzündungen, Darmgeschwüre, innere Erkrankungen, Hyperaktivität, Depression, Migräne und manche Formen von Arthritis.

Kuhmilch kann bei Kindern innere Blutungen hervorrufen, die zu Anämie führen, und es gibt eine wissenschaftlich nachgewiesene Verbindung von Milchkonsum und Grauem Star. Hierzulande sind Milchprodukte für die Hälfte unserer Fettaufnahme verantwortlich, das macht sie zu einem großen Risikofaktor für Herzkrankheiten.

Milchkonsum schadet den Kühen nicht

Ab dem Alter von zwei Jahren wird die moderne Milchkuh neun Monate jeden Jahres schwanger gehalten. Ihr Kalb wird ein bis drei Tage nach der Geburt von ihr weggenommen. Sie wird dann zehn Monate gemolken, während derer sie die zehnfache Menge an Milch produziert, die ihr Kalb benötigt hätte. Daher leidet ein Drittel der Milchkühe an Mastitis, einer schmerzvollen Euterentzündung. Um ihre Milchproduktion zu erhöhen, wird sie mit Eiweißkonzentraten gefüttert. Das reicht oft nicht aus, so dass die Kuh gezwungen ist, ihre eigenes Fettgewebe zu verbrauchen. Das führt zu einem Zustand namens Acidose, der zur Lähmung führen kann. 25% unserer Milchkühe leiden an Lahmheit. Im Alter von fünf Jahren, erschöpft und verbraucht, wird sie geschlachtet. Ihre natürliche Lebenszeit hätte bei 20 Jahren gelegen. 80% unseres Rindfleisches ist ein Nebenprodukt der Milchindustrie.

Die schwächsten Kälber werden gewöhnlich nach wenigen Tagen geschlachtet (nach einer stressreichen Fahrt zum Markt), dann wird Tierfutter und Lab zur Käsebereitung aus ihnen hergestellt. Einige der weiblichen Kälber werden alte Milchkühe ersetzen. Andere Kälber werden nach 1-2 Wochen an Fleischproduzenten verkauft. Diese Tiere werden in 150 cm x 60 cm großen Einzelkäfigen gehalten, in denen sie sich nicht umdrehen können. Die Käfige werden nicht eingestreut (die Kälber würden das Stroh fressen) und die einzige Nahrung besteht aus flüssigem Futter ohne Eisen und ohne Ballaststoffe, um ein helles, weißes Fleisch zu erhalten. Nach 3-5 Monaten werden sie geschlachtet. Sie hätten wahrscheinlich sowieso nicht viel länger überlebt. Über 170.000 Kälber unter 3 Monaten sterben jedes Jahr an ihrer schlechten Haltung oder beim Transport.

Eier sind gesund

Eier sind nahrhaft, übertragen aber oft Salmonellen und sind ein häufiger Grund für Allergien. Alle ihre Nährstoffe können leicht mit einer veganen Diät aufgenommen werden, ohne die gesundheitlichen Risiken und ohne die grausamen Umstände ihrer Produktion.

Nur zufriedene Hühner legen Eier

Das Legeverhalten der Hühner wird durch Licht kontrolliert, das auf Hühnerfarmen sorgfältig kontrolliert wird, um einen durchgehenden Sommer zu simulieren. Das führt in Verbindung mit selektiver Zucht und einer sorgfältig zusammengestellten Nahrung zu der hohen Eierzahl moderner Batteriehennen. Die Zustände in einer Legebatterie sind erschreckend. Fünf Vögel mit einer Flügelspannweite von jeweils 80 cm werden in einem Käfig von nur 50 cm Durchmesser gehalten. Ihre Schnäbel werden schmerzhaft gekappt, damit sie sich nicht gegenseitig verletzen. Ihre Füße verkrüppeln, da sie ständig auf einem Drahtboden stehen müssen. Sie können sich nie frei bewegen, geschweige denn scharren, baden oder ein Nest bauen. Das führt zu Leberverfettung und spröden Knochen. Die meisten sind verhaltensgestört. Diese Vögel sind nicht "zufrieden", trotzdem legen sie weiter. Sie würden sogar weiter legen, wenn sie ernsthaft verletzt wären.

Und was ist mit Freilandeiern?

Wie die meisten Tiere haben auch Hühner gleichviel männlichen und weiblichen Nachwuchs. Aber auch der gutmütigste Freilandbauer kann mit so viel männlichem Nachwuchs nichts anfangen, so dass dieser getötet wird, millionenfach, durch Vergasen, Erschlagen, Ersticken, Ertränken. Die Hennen werden ca. zwei Jahre gehalten, bis ihre Produktivität nachläßt. Dann werden sie geschlachtet. Ihre natürliche Lebenserwartung hätte fünf bis sieben Jahre betragen.

Eiweiß

Eiweißmangel ist in der westlichen Welt nahezu unbekannt. VeganerInnen erhalten im Rahmen ihrer normalen Ernährung auf jeden Fall die von Gesundheitsorganisationen (wie z.B. der WHO) empfohlenen Eiweißmengen. Die meisten Pflanzen haben einen hohen Eiweißgehalt, insbesondere Nüsse, Getreide, Körner, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse und Kartoffeln.

Tierisches Eiweiß ist normalerweise verbunden mit gesättigten Fettsäuren und somit eine der Hauptursachen für Herzinfarkte - der Haupttodesursache in unserer Gesellschaft. Pflanzliches Eiweiß hingegen ist verbunden mit Ballaststoffen, die einer der Hauptbestandteile einer gesunden Ernährung sind.

Das Eiweiß in tierischen Produkten ist hochkonzentriert, so dass die meisten Menschen, die tierische Produkte essen, sehr viel mehr Eiweiß aufnehmen, als ihr Körper verarbeiten kann. Das führt zu Gicht, Arthritis, Rheumatismus und Mangel an Niacin, Vitamin B6, Kalzium, Magnesium und anderen Mineralstoffen.

Eisen

Vegane Ernährung liefert nicht nur den doppelten Tagesbedarf an Eisen, sondern auch den bis zu dreifachen Tagesbedarf an Vitamin C, das die Fähigkeit des Körpers, Eisen zu absorbieren, verbessert. Studien haben gezeigt, dass die Häufigkeit von Eisenmangel bei VeganerInnen und NichtveganerInnen gleich häufig ist.

Eisen findet man in großen Mengen in Trockenfrüchten, Körnern, Hülsenfrüchten, Melasse und Seetang.

Kalzium

Es sind keine Fälle von Kalziummangel bei VeganerInnen bekannt. Tierisches Eiweiß veranlaßt den Körper dazu, Kalzium schneller auszuscheiden, was einer der Gründe dafür ist. 

Kalzium findet man in Tofu (das viermal soviel Kalzium enthält wie Milch), grünem Blattgemüse, Trockenfrüchten, Nüssen, Körnern, Melasse und Seetang.

Vitamin D

Vitamin D wird in der Haut durch Sonnenlicht produziert. Auch wenn man es z.B. in Margarine findet, reicht täglich etwas frische Luft (auch bei Wolken) vollkommen aus.

Vitamin B12

Der menschliche Körper braucht nur winzige Mengen an Vitamin B12 und ist in der Lage, es zu speichern, wenn zu wenig zugeführt wird. Mangelerscheinungen sind extrem selten und betreffen VeganerInnen nicht mehr als NichtveganerInnen.

Vitamin B12 wird von Bakterien im Dünndarm produziert, und es ist denkbar, dass der menschliche Körper seinen gesamten Bedarf dort aufnehmen kann. Vitamin B12 kommt zwar in den meisten Pflanzen nicht vor, wohl aber in den Mikroorganismen, die auf ihnen leben. Da diese in der Chemie-Landwirtschaft oft versehentlich mit getötet werden, kommt der frischen Rohkost aus biologischem Anbau eine besondere Bedeutung zu.

Ich finde die Idee gut, weiß aber nicht, wie ich sie verwirklichen soll.

Jeder, der sein Leben lang Fleisch und tierische Produkte gegessen hat, wird denken, dass der Verzicht darauf einen großen Verlust bedeutet. Er bedeutet auf jeden Fall eine Umstellung in der Ernährung.

Ovo-lakto-vegetarische Ernährung (d.h. mit Eiern und Milchprodukten) wird wohl keine ernsthaften Probleme bereiten. Die große Auswahl an Nahrungsmitteln, die kein Fleisch enthalten, bedeutet nur eine minimale Umstellung in der Ernährung, und es ist ja auch festzustellen, dass es immer mehr Leute gibt, die sich fleischlos ernähren. Auch in den meisten Restaurants gibt es mittlerweile mehrere ovo-lakto-vegetarische Gerichte, die meistens auf Käse oder Eierspeisen aufbauen.

Ein schwierigerer Schritt ist zugegebenermaßen der zur veganen Ernährung. Es gibt zwar viele Möglichkeiten, abwechslungsreiche Gerichte zuzubereiten, die der Vielfalt der Fleischküche in nichts nachstehen. Probleme allerdings bereitet die Ernährung außerhalb der eigenen Küche, da nur wenige Gerichte tatsächlich ohne tierische Produkte hergestellt werden (auch wenn das ohne weiteres möglich wäre). Es ist auf jeden Fall zu empfehlen, z.B. in der Mensa oder in Restaurants nach veganen Gerichten zu fragen oder die Umstellung auf vegane Gerichte zu fordern, da es ärgerlich ist, in Gerichten, die eigentlich keine tierischen Produkte enthalten müßten, immer wieder Eier, Milch oder Schlimmeres (Salat "nur" mit Dürrfleisch und Sahnesauce) zu finden und eine starke Nachfrage vielleicht doch zur Umstellung führt.

Es ist aber auch nicht nötig, die Umstellung radikal zu vollziehen. Wer nicht genau weiß, ob sie/er die vegane Ernährung durchhält, sollte den Wechsel langsam angehen und zuerst den Fleischkonsum einschränken, später ganz darauf verzichten, um schließlich vielleicht auch auf andere tierische Produkte zu verzichten. Die meisten werden wahrscheinlich feststellen, dass die Umstellung sehr viel weniger Probleme bereitet als angenommen.

Konsequenz ist zwar etwas sehr Schönes, aber niemand sollte sich gegen ein vegan-werden stellen, weil er/sie glaubt, diesen Schritt nicht sofort, von heute auf morgen, radikal vollziehen zu können. Ein langsamer Anfang oder eine Einschränkung ist stets besser als gar nichts zu tun.

Vegane Ernährung ist heute leicht, denn die tierischen Produkte, die in den meisten Nahrungsmitteln enthalten sind, sind entweder unnötig oder sehr leicht zu ersetzen.