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Ginkgo biloba - Der Lebensbaum

Wohl die meisten Menschen haben schon einmal in einem Park oder einem Fernost-Reisebericht einen Ginkgo-Baum gesehen, ohne dessen Namen zu kennen. Und viele Menschen wissen zumindest vom Hörensagen, dass Ginkgo gesund ist. In Asien würde man so viel Unwissenheit milde belächeln. Ursprünglich wurde der Ginkgo-Baum in ganz Asien als Zierpflanze, aber auch wegen seiner essbaren Samen gezüchtet. Holländische Seefahrer brachten ihn mit nach Europa. Dort wurde er seit dem 18. Jahrhundert bis vor kurzem auch in erster Linie zur Zierde angepflanzt. Eine Zierde ist dieser Baum auf jeden Fall. Er wird bis zu 65 Meter hoch. In Asien wurde und wird er oft in Tempeln gepflanzt. Der Gingko-Baum ähnelt ein wenig unseren heimischen Nadelbäumen wie Tanne oder Konifere, ist allerdings sommergrün. Diese Bäume wachsen schlank und sehr gerade in die Höhe, bilden mit zunehmendem Alter jedoch ausladende, Schatten spendende Baumkronen. Zudem ist es möglich, dass durch Sekundärstämme ganze Baumgeflechte entstehen.  

Schattenspender und Samenspender, die dekorative Wirkung ist jedoch nur einer der Gründe, warum der Baum so beliebt ist. Die Samen des Ginkgo sind nicht nur essbar, sondern sogar äußerst nahrhaft. Die geschälten und gegarten Samen werden in Japan sowohl als Knabberei zwischendurch als auch als Beilage zu Reis und Fisch verzehrt. In Europa sind die Ginkgo-Samen allerdings nur in Form von Konserven erhältlich. Man erhält sie zumeist geröstet und gesalzen oder eingelegt. Meist werden sie dazu verwendet, asiatische Gerichte zu würzen. Beim Ginkgo, der mit wissenschaftlichem Namen Ginkgo Biloba heißt, handelt es sich in gewisser Weise um ein lebendes Fossil: Es ist die letzte lebende Art der Pflanzenfamilie Ginkgoales. Dafür kann ein Exemplar aber auch älter als eintausend Jahre werden. Das liegt an den Inhaltsstoffen des Baumes, die ihn vor vielen natürlichen Fressfeinden und sogar vor Radioaktivität schützen. Die einzige Art, die nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima im folgenden Frühjahr wieder neue Pflanzen hervorbrachte, war der Ginkgo. Schon im alten China galt der Ginkgo als wichtige Heilpflanze. Dort nutzt man bereits seit dem 11. Jahrhundert die Baumrinde, die Blätter und die Früchte für Heilzwecke. Gedächtnis-Booster Diese Wirkstoffe sind es auch, die viele Leute auf den Baum aufmerksam machten. 

Ginkgo-Extrakt Ein Wirkstoff mit breitem Anwendungsspektrum

Die Ginkgo-Wirkstoffe werden unter anderem bei Patienten mit Gedächtnisstörungen, Schwindel, Durchblutungsstörungen und Tinnitus angewendet.   
   Der Schwerpunkt liegt dabei aber bei der Behandlung von Demenz. Entsprechende Arzneimittel helfen Betroffenen dabei, für kurze Zeit ihre geistige Leistungsfähigkeit zu steigern und somit vor allem im Alltag besser zurecht zu kommen. Diese Wirkung kommt dadurch zustande, dass die Wirkstoffe in den Blättern des Ginkgo sogenannte Freie Radikale hemmen. Bei diesen freien Radikalen handelt es sich um schädliche Sauerstoffatome, die bei der Atmung aufgenommen werden und die die Zellen angreifen sowie den Blutfluss stören. Somit fördert Ginkgo die Durchblutung, was auch der Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Gehirns zugutekommt. Das wohl bekanntesten Medikamente auf dem deutschen Markt, das sich diese Wirkung zunutze macht, ist Tebonin oder Gingium. Sie enthalten ein Extrakt aus mehreren Wirkstoffen des Ginkgo-Baumes, die genau die oben beschriebenen Eigenschaften haben: Sie fördern Denkvermögen und Merkfähigkeit, verbessern die Durchblutung und sorgen für mehr Ausgeglichenheit und Belastbarkeit im Alltag.  

Ginkgo stärkt und schützt das Gehirn

Der Wirkstoffkomplex hält offensichtlich fortschreitenden Zellzerfall im Gehirn auf und hilft sogar mit, beschädigte Zellen wieder zu reparieren. Somit steht dem Gehirn auch mehr Kapazität und Energie zur Verfügung. Auf diese Weise kann das Medikament Patienten mit Gedächtnisstörungen helfen, ihren Alltag leichter zu bewältigen und das allein mit den natürlichen Wirkstoffen aus dem Ginkgo. Daneben werden Ginkgo-Präparate aber auch in vielen anderen Bereichen eingesetzt, etwa zur Verbesserung des Lernvermögens, zur Behandlung von Durchblutungsstörungen und Migräne, zur Vorbeugung gegen Schlaganfälle, zur Schönheitspflege und als Haarpflegemittel. In Tierversuchen konnte sogar eine erhöhte Lebenserwartung nachgewiesen werden.   
Neben den positiven Auswirkungen auf die Gesundheit ist auch wichtig, dass die Ginkgo-Präparate auf natürliche Weise wirken, gut verträglich sind und keine Nebenwirkungen verursachen, auch nicht bei gleichzeitiger Einnahme mit Medikamenten. Aus dem fernen Osten in den deutschen Osten Oft sieht man für den Namen der Pflanze auch die Schreibweisen Ginko oder Gingko. Das ist so allerdings nicht korrekt, auch wenn viele das denken. Was ebenfalls kaum jemand weiß: Ein gewisser deutscher Dichter, der über den Hofgärtner von Weimar über den Ginkgo erfuhr, hat sogar ein Gedicht über diese Pflanze verfasst: Johann Wolfgang von Goethe.